Tipps

Einige Dinge laufen in Frankreich anders als in Deutschland – was ja den Charme beim Besuch eines anderen Landes ausmacht. Hier folgen in lockeren Abständen und alphabetisch sortiert Tipps für Neulinge und alte Hasen. Allerdings geht es bei allen Infos um den Südwesten Frankreichs – in Paris ist bestimmt alles ganz anders.

Eine Garantie für die Richtigkeit in allen Lebenslagen gebe ich natürlich nicht!

Arztbesuch: Falls ein solcher nötig sein sollte, erwartet einen nicht eine Hausarztpraxis, die mit allem möglichen teuren Gerät ausgestattet ist – das ja amortisiert werden muss – wie man sie in deutschen Städten meist vorfindet. Hier hat der Hausarzt ein Behandlungszimmer und ein Wartezimmer – und Schluss. Für weiterreichende Behandlungen wird man falls nötig entweder zum Facharzt, Krankenhaus, Labor oder Radiologen geschickt. Uns sagt dieses System sehr zu und wir schwören auf die französischen Ärzte. Medikamente sind meist billiger als in Deutschland und ob man beim Facharzt schnell einen Termin bekommt, hängt von der Dringlichkeit des Falls ab und nicht von der Kassenzugehörigkeit.

Badekleidung: In allen Restaurants, Bistrots und Geschäften, die sich nicht direkt auf dem Strand befinden, ist es verpönt, in Badehose oder Badeanzug zu erscheinen und zeugt von ziemlich schlechten Manieren.

Bezahlen: In fast allen Geschäften mit Stromanschluss kann man – manchmal ab einem Mindestbetrag – mit Kreditkarte zahlen und mit Bargeld sowieso. Kellner oder Verkäufer verschwinden nicht mit der Kreditkarte – das funktioniert praktisch immer vor den Augen des Kunden.

Dampfbad: In öffentlichen Dampfbädern oder Hammams behält man die Badebekleidung an.

Flaschenpfand: Gibt es in Frankreich nicht – nur teilweise für Restaurants, Bistros und Bars. Deswegen verkaufen die einzelne alkoholfreie Getränke in Glasflaschen ungern zum Mitnehmen.

Gambas: Werden sehr selten frisch verkauft. Daher sind praktisch alle auf den Speisekarten stehenden oder im Fischladen liegenden Gambas oder Crevetten vorher tiefgefroren. Deswegen sind sie aber geschmacklich nicht schlecht.

Jakobsmuscheln (Saint-Jacques): Sind tiefgefroren extrem viel billiger als frisch. Wenn sie im einen Restaurant teuer sind und daneben die Hälfte kosten, ist das also kein Wucher, sondern meistens bessere Qualität – frisch schmecken sie besser und kommen aus der Nähe und nicht aus entfernten Weltregionen.

Kasse im Geschäft: Hier hat man Geduld. Wenn jemand ein Schwätzchen hält, ältere Leute langsamer sind – dann macht man all das nicht, was in Deutschland üblich ist: Genervt stöhnen, mit den Augen rollen, Rummeckern. Man wartet statt dessen geduldig bis man dran ist und freut sich des Lebens – erfahrungsgemäß eine harte Probe für viele Deutsche. 😉

Menus: Die günstigste Lösung in Frankreich im Restaurant sind normalerweise Menus, die aus mindestens zwei bis drei Gängen bestehen. Mittags an Werktagen gibt es meist das preiswerteste Menu. Momentan liegen die Preise dabei zwischen 12 und 15 Euro für (oft) gute Qualität. Häufig gibt es mittags auch den Plat du jour, also ein günstiges Tagesgericht. Die Portionen bei einem Menu sind etwas kleiner als die Portionen auf der Speisekarte – trotzdem wird man satt, keine Panik.

Sangria: Laut Hygienevorschriften darf man keine Früchte marinieren lassen, auch nicht in Wein. Das heißt: Jeder Sangria im Restaurant oder Bistro wird „fertig“ gekauft und je nach Ambition des Chefs noch verbessert (durch Alkohol, kurz hinzugefügte Früchte, Gewürze etc.)

Sauna: In öffentlichen Saunen behält man die Badebekleidung an.

Straßenverkehr: Ähnlich stressig wie überall. Gehupt wird allerdings sehr selten, nur in echten Notfällen bzw Gefahrensituationen. Ich habe sogar schon erlebt, dass eine ganze Grünphase an der Ampel vorüberging, ohne dass der verträumte Fahrer durch Hupen geweckt worden wäre. Handys am Steuer sind verboten, aber viele Leute halten sich nicht daran. Vorsicht in Kurven – gerne kommt einem ein Auto mitten auf der Straße entgegen. Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung schmerzen jedoch im Geldbeutel weitaus mehr als in Deutschland, wenn man erwischt und angehalten wird. Die kostenpflichtigen Autobahnen garantieren aber meist (außerhalb der Reise-Wochenenden im Juli und August) eine recht stressfreie Fahrt.

Taxi: Genauso wenig, wie man im Restaurant getrennt zahlt, setzt man sich im Taxi vorne auf den Beifahrersitz. Meist befindet sich dort auch das halbe Wohnzimmer des Fahrers. :mrgreen:

Vorfahrt: Oft hat man in Ortschaften nicht die Vorfahrt, obwohl man auf der größeren Straße ist – da gilt rechts vor links. Dass die Straße von rechts keine Vorfahrt hat erkennt man an einem dicken weiß aufgemalten Balken, der die von dort kommenden Autos stoppt.